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Morphium Podcast #1 – Der lithographische Podcast

Juli 24th, 2008 by jakob

Wenn man bei einer Filmproduktionsfirma arbeitet, hat man in der Regel eine ganze Menge mit Musik zu tun. Im besten Fall verdient man mit Musikvideos seine Brötchen, oder der Kontakt kommt – wie in unserem Fall -  über die Zusammenarbeit mit talentierten Künstlern zustande. Die einen können mal eben einen Soundtrack komponieren, andere sind Multitalente und schöpfen in Sachen “Mediengestaltung” eh schon lange aus den Vollen. Im folgenden Beitrag sollen alle diejenigen vorgestellt werden, die uns diesbezüglich besonders am Herzen liegen.

 

Im August wird es diesen Blog-Beitrag auch als Radiopodcast zum runterladen geben. Wenn alles gut läuft, werden wir versuchen, regelmäßig Künstler aus dem „Morphium-Umfeld“ an dieser Stelle zu featuren. WATCH OUT!

Supershirt – “Kauf Weniger Ein” (aus dem Ostsee) KasabiTunez / Broken Silence

 

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www.myspace.com/supershirt

www.teitmaschine.de/

 

Eigentlich könnte man in Sachen Nu-Rave langsam den Nachruf aufsetzen. Wer bitte schön wird sich in zwei Jahren für basslastigen Rap-Rave mit einer satten Portion Pop interessieren? “Du bist Super”, das Erstlingswerk der beiden Supershirts passt ins Zeitgeschehen wie Flatrateparties und badtaste-Veranstaltungen. Hauptsache doll und laut. “Wir nennen es Party”, lautet der Schlachtruf und damit ist ja eigentlich auch schon alles klar. Wer sich selbst zu ernst nimmt, hat schon verloren. Alltag raus, Video rein. Lass doch einfach mal die Sau raus und tanz bis du nicht mehr kannst. Spaßgesellschaft hin oder her, jede Stadt kann sich glücklich schätzen, wenn Supershirt aufschlagen und für Alarm sorgen. Und um an dieser Stelle allen Kritikern noch mal den Wind aus den Segeln zu nehmen, spiele ich den wohl sozialkritischsten Song. Kauf weniger ein! Auch als Jutebeutel erhältlich.

 

 

Microstern – “This Is It” (Rostock) KasabiTunez / Broken Silence

 

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http://www.microstern.de

http://www.myspace.com/microstern

 

Microstern haben eine krasse Metamorphose durchgemacht. Vom Weilheim-sound-a-like-Laptopprojekt hat sich die Kombo aus Rostock zu einer richtigen Band gemausert. Zwar ist das elektronische Standbein nicht weg zu denken, dennoch hat sich das Gewicht eindeutig zu Gunsten der handgemachten Elemente verlagert. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Microsternkonzerte werkseitig mit einer Gänsehaut-Garantie ausgestattet sind. Hier trifft verspielte Elektronik auf analoge Wärme. Von dem aktuellen Album “Airplanes & Sparrows” gibt es “This Is It” auf die Ohren. Die Scheibe wurde, wie auch die Supershirt-Platte, über Broken Silence veröffentlicht. 

 

 

Marwell – “lied 12″ (Berlin) unsigned

 

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www.myspace.com/marwellberlin

www.inkungabel.de/

 

Zum Glück gibt es noch Bands die gar nicht erst versuchen zu klingen, wie etwas, das grade angesagt ist oder war. Marwell sind irgendwie anders. Vielfältige Arrangements, Songs die atmen. Da kommt halt immer noch was, mit dem man nicht gerechnet hat. Darüber hinaus ist der Einsatz experimenteller Instrumente (Maultrommel, Steel-Gitarre) gepaart mit einem Arsenal an Effektgeräten wunderbar geeignet, um die eigene Gehörbildung voran zu treiben. Der Gesang ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber das ist ja meistens so, wenn eine Frontfrau was zu sagen hat. Bei dieser Band würde es mich besonders freuen, wenn eine öffentliche Wahrnehmungssteigerung passierte. Also. Sperrt die Lauscher auf und sagt es allen weiter!

 

 

eqt – “Head On My Shoulder” (Rostock / Berlin) Airport Records / Voltage Musique

 

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www.myspace.com/eqtmusic

 

Wenn es der eigene Kopf ist, der an der Schulter zu einem spricht, sollte man sich langsam überlegen, ob es nicht etwa die falschen Stimulantien waren, die man da zu sich genommen hat. Technoparties bieten immer wieder neue Einblicke in die urbanen Abgründe; machen aber leider auch verdammt viel Spaß! Treibende Bässe, knarzige Synthies und messerscharfe Hi-Hats. Ein Konzept, das gut aufgeht, wenn man die Tanztempel hierzulande zum kochen bringen will. So weit der Masterplan von eqt. Ähnlich wie bei Microstern, gab es auch im Hause eqt einen deftigen Tapetenwechsel. Personalumschub, Genrewechsel; nur die bedingungslose Authentizität hat den Frühjahrsputz unbeschadet überstanden. Und das ist auch gut so! “Könnt ihr das bitte mal lauter machen?”

 

 

The Frees – “Duncker Street” (London / Berlin) unsigned

 

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www.myspace.com/robertleefrees 

 

Laut seinem Pass heißt der Frontmann von “The Frees” nicht etwa Robert Lee Fardoe, sondern Robert Williams. Wenn man dazu noch gebürtiger Brite ist, macht es schon wieder Sinn, mit dem Mädchennamen seiner Mutter durch die Welt zu tingeln. Rob könnte man als umtriebigen Straßenmusiker bezeichnen – oder wahlweise als Stadionrocker. However… Musik kann auch eine Bürde sein, wenn eine Menge Talent auf organisatorisches Chaos trifft. Nobody is perfect. Das ist das Motto, das “Die Freien” für sich gewählt haben. Aber hey! Solange das Geld für das nächste Bier in der “bar with no name” reicht, scheint der Tag doch eigentlich erfolgreich gelaufen zu sein. Hang on!

 

 

Martin Pollok – “I Don’t Think So” (Rostock) Airport Records / Eigenvertrieb

 

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www.myspace.com/martinpollok

 

Hell Yeah! Endlich Kopfhörer-Musik! Pumpender Bass, sphärischer Gesang, geschliffener Sound oberster Kajüte. Dafür stehen die Produktionen von Martin Pollok. Ein Qualitätsmerkmal, dass Morphium Film schon des öfteren in Anspruch genommen hat. Soundtracks für Imagefilme aus dem Ärmel zu schütteln, ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Aber auf Herrn Pollok ist Verlass. Um so schöner ist es zu sehen, dass der eigene Output nicht zu kurz kommt. Ich bin nachhaltig beeindruckt, wenn man bedenkt, dass fast alle Instrumente von einer Person eingespielt worden sind. Von Gesang und Songwriting möchte ich gar nicht erst reden. Schwebt mit Martin auf seinem fliegen Soundteppich. Klingt nach Bruchlandung? “I Don’t Think So”!

 

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