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Alien Autopsy und Bigfoot – Mockumentary #2

März 31st, 2009 by Thomas

Mein großes Thema ist die Mockumentary. Ein faszinierendes Genre, das immer wieder auch ein Comeback im Kino erlebt. Angefangen mit der bösen Variante, die Ende der 70er ‘Cannibal Holocaust‘ darstellte, dem Boom zu ‘Blair Witch Project‘-Zeiten und dem Wiederaufleben mit ‘Cloverfield‘.

Nun ist die Mockumentary immer auch  eng verbunden mit der dilletantischen Machart von Homevideos – grundsätzlich zählt eher die Idee, statt aufwändiger Sets und Beleuchtung. Ein Genre also, das auch für Filmlaien eine Möglichkeit bietet. Und so werden wir immer wieder kräftig hinters Licht geführt.

Bigfoot, Ufos, Nessie. Das Netz schwemmt über vor gefakten Sichtungsvideos, manche von Anfang an eher als Parodie angelegt, andere mit einem guten Händchen für Effekte. Und Geld lässt sich mitunter auch damit machen.

Ein schönes Beispiel: der Patterson-Gimli Film. Die beiden Forscher gingen 1967 mit Kamera bewaffnet in den Bluff Creek, um eine Dokumentation über den Bigfoot zu drehen. Und hatten die beiden Glück- tatsächlich lief ihnen ein Exemplar vor die Kamera:

An dem Fake waren sie aber möglicherweise gar nicht selbst schuldig. Der Bluff Creek war Jagdgebiet für den (schon damals bekannten) Bigfootfälscher (was für eine Berufsbeschreibung) Ray Wallace. Angeblich steckte dessen Großmutter in dem Kostüm. Die Qualität des Films reichte jedenfalls aus, um bis heute eine Gemeinde von Gläubigen zu erzeugen.

Thema Loch Ness. Jeder kennt wohl das Foto von Marmaduke Wetherell, das 1994 als Spielzeug-uboot entlarvt wurde.

2007 gelang es dann Gordon Holmes ein überzeugendes Video des Monsters zu drehen, das von der BBC ausgestrahlt wurde und für Furore sorgte. Bis heute wird das Video wissenschaftlich untersucht. Ein Geständnis über den Dreh einer ‘Mockumentary’ gibt es bislang nicht, und man kann weiter gespannt auf die Auflösung hoffen:

Das wohl bekannteste (ich nenne es mal Mockumentary) Fake-Video ist aber wohl die Alien Autopsie von 1995. Ray Santilli, ein Fimproduzent aus London, führte damals vor einer breiten Öffentlichkeit ein angeblich im Jahr 1947 entstandenes Video eines Roswell-Aliens vor. Selbst Wissenschaftler glaubten an die Echtheit des Videos.

Erst kurz vor Erscheinen dieser britischen Komödie, die die Entstehung des Videos nachstellte, gab Santilli auch vor einer breiten Öffentlichkeit den Fake zu:

Alien Autopsy” (2006) von Jonny Campbell ist ein hervorragender schwarzhumoriger Film, der nebenher noch erstaunlich echt das original Santilli-Video nachstellt. Santilli behauptet dabei bis heute, der Fake wäre nur ein ‘Remake’ eines leider zerstörten echten Autopsievideos.

Und zum Vergleich: der Santilli-Film, der tatsächlich schaurig sein könnte, hätte man nicht “Alien Autopsy” gesehen:

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