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Als die Zombies die Welt auffraßen

April 28th, 2009 by Thomas

Das Beste an der Autorenschaft ist die Recherche. Wenn man tief in ein Thema einsteigt und sich auch für die unwichtigsten Details interessiert (denn es könnte sich ja ein spannender Handlungsstrang daraus ergeben), entdeckt man oft mehr Skurrilitäten, witzige Geschichten und künstlerischen Klimbim, als es sonst je möglich wäre. Natürlich ist das Ganze selten für das recherchierte Thema verwertbar – man muß ja den Fokus bewahren. Glücklicherweise aber gibt es diesen Blog, um solche Entdeckungen dann doch noch zu teilen.

Zur Zeit bin ich für einige Tage in das Thema Comics eingestiegen (leider verfrüht, um zu sagen, was daraus wird – und vielleicht ergibt sich eher noch ein Themenwechsel). Eine Welt, die ähnlich schillernd , verspielt und vielfältig ist wie die der Computerspiele. Und eine Welt, die zu Entdeckungen einlädt. Also möchte ich auch die Themenschnipsel, die defintiv für das Thema vom Tisch sind, hier im Blog würdigen.

Schönstes Fundstück ist eine Comicreihe von Jerry Frissen und Guy Davis, entstanden für den französischen Verlag ‘Les Humanoides Associes‘. “Als die Zombies die Welt auffraßen” greift die altbekannte Zombiegeschichte ironisch auf und bietet einen herzzerreißend-splattrigen (wie herrlich bildhaft klingt das denn) Humor.

Zu dieser Comicreihe gibt es nun eine Trickfilmserie, von der momentan leider nur die 1. Episode abrufbar zu sein scheint. Hier also der Pilot zu “Als die Zombies die Welt auffraßen“:

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Welttag des Buches – Filmbücher

April 23rd, 2009 by Thomas

Heute ist der von der UNESCO ins Leben gerufene Welttag des Buches. Und obwohl ich ein begeisterter Buchsammler (und -leser) bin, stimmt es mich schon nachdenklich, wie viel Zeit man mit Lesen im Internet verbringt (ich träume ja immer noch von den gebundenen Sammelausgaben der besten Blogs – spätestens seit Twitter ein unwahrscheinlicher Traum).

Ich sehe aber auch, wie mein ‘Lexikon des internationalen Films’ dank imdb als Regalschmuck verstaubt. Ganz natürlich: was soll ich mich durch Papierberge wühlen, wenn alle Informationen nur einen Klick entfernt sind.

Jedenfalls ist der Welttag des Buches nun schuld, dass ich die Staubflusen von meiner Filmbuchabteilung gepustet – und sofort in Erinnerungen geschwelgt habe. Hier sind die besten Entdeckungen der Spurensuche und ein paar gute Tips für cineastische Gutenbergisten.

Film als subversive Kunst – Amos Vogel

Amos Vogel hat mit seinem Buch ein detaillverliebtes Kaleidoskop der Subversion geschaffen. Ausgehend von der ‘Subversion der Form’, der russischen Avantgarde mit ihrer Revolution der Montage (hier zeigt er auch faszinierend Formen des Kubismus und Expressionismus im Film; Richtungen, die in der realistischen Filmkunst ja zunächst schwer vorstellbar sind), über die ‘Subversion des Inhalts’, das Aufbrechen narrativer Strukturen und inhaltlich schwer Verdauliches wie ‘Triumph des Willens’, bis zu den finalen Tabubrüchen, den Filmen des Wiener Aktionismus und anderen.

In kaum einem anderen Buch wurde Film je so deutlich als provokantes Kunstmedium dargestellt, nirgendwo sonst kann man sich so sehr in kleinen vergessenen Meisterwerken verlieren. Die Taschenbuchversion müsste noch erhältlich sein.

Verführung zum Film – Vinzenz Hediger

Der amerikanische Kinotrailer seit 1912, so der vollständige Titel des Buches. Der Kinotrailer macht bis heute einen großen Teil des Kinoererlebnisses aus, und kann im besten Fall zu einer eigenen Kunstform werden. Hediger zeigt in seinem Buch nicht nur die historische Entwicklung des Trailers von den ersten grafischen Kunstwerken zu den heutigen Schnittgewittern, sondern beschreibt auch Techniken und Dramaturgische Besonderheiten – mitunter in sehr tiefgründigem, wissenschaftlichem Ton.

Dem Buch liegt eine CD bei, auf der die wichtigsten erwähnten Trailer zu sehen sind.

Filmkünste: Kamera – Peter Ettedgui

‘Filmkünste’ scheint als Reihe angelegt worden zu sein, die unterbewertete oder nicht in die Öffentlichkeit gelangende Tätigkeiten beim Film genauer vorstellt. Ich habe allerdings nur zwei Bände gefunden, also scheint die Reihe wohl vorzeitig aufgegeben worden zu sein. Dabei zeigt der Band ‘Kamera‘ einen unvergleichlichen Einblick in das Werk der größten Kameramänner. Janusz Kaminski, Robby Müller, Gordon Willis und andere werden in faszinierenden Interviews vorgestellt und dürfen Anekdoten von den Dreharbeiten erzählen. Das dünne Buch kann dabei kaum einem tiefergehenden Interesse gerecht werden, gibt aber einen faszinierenden Überblick über die verschiedenen visuellen Techniken.

Louis Malle über Louis Malle – Phillip French

Fast ein eigenes Genre im Filmsachbuch sind die Interviewbücher mit bekannten Regisseuren. Eines der besten ist wohl das Hitchcockstandartwerk ‘Truffaut/Hitchcock’. Leider war ich nie ein großer Hitchcock-Fan. Auf meiner Favoritenliste ganz oben steht das Interview mit Louis Malle, eines der wichtigsten Vertreter der Nouvelle Vague, von Phillip French. Kaum ein Interviewbuch gibt einen derart umfangreichen und charmanten Einblick in das Werk eines Regisseurs. In nach den Filmen geordneten Kapiteln erzählt Malle von den Konzeptionsarbeiten, Dreharbeiten, und gibt Anekdoten über Streitigkeiten mit Brigitte Bardot und Susan Sarandon zum Besten.

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Survive the Outbreak

April 16th, 2009 by Thomas

Wer erinnert sich noch an die Abenteuerbücher für Kinder, bei denen man sich am Ende eines Kapitels für den Fortgang der Geschichte entscheiden und auf der entsprechend angegebenen Seite weiterlesen musste?  ‘Choose your own Adventure‘ hieß die bekannteste Reihe in Amerika. Zugegebenermaßen ein totes Genre. So etwas ist heutzutage über Hyperlinks viel einfacher machbar – aber  auch im Internet ist mir so etwas nicht mehr untergekommen. Oder liegt es daran, dass ich eben kein Kind mehr bin?

Umso besser, dass es nun die Erwachsenenvariante gibt, und auch noch in Filmform. ‘The Outbreak’ von Chris und Lynn Lund (SilkTricky) bietet beste Zombieaction im kindlich naiven FMV-Stil. Die beiden drehten den Film innerhalb von 6 Tagen in Portland, Oregon und gestalteten die interaktive Webseite. Leider ist diese inzwischen offline, da der Zugriff die Serverkapazitäten überstieg.

Gleichzeitig zeigt dies aber auch die aktuellen Möglichkeiten von Youtube und dessen Kommentar- und Verlinkungsoptionen auf. Hier ist der Film noch in seiner ganzen Pracht zu bewundern (nur schnell entscheiden ist am Ende angesagt, da es leider kein Standbild gibt):

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John August Drehbuchformatierung

April 10th, 2009 by Thomas

Heute wirds ein wenig ‘nerdy’, aber ich denke, dass genügend Leute mitlesen, die gerade das doch interessiert. Immerhin ist dies ein Blog von Filmemachern, und es ist ein Fakt, dass im wichtigsten Bereich der Vorarbeit zu einem Film – dem Drehbuchschreiben – oft Mangel an sinnträchtigen und anschaulichen Tipps herrscht. Das Schreiben ist ein so subjektiver und kreativer Prozess, dass es, ganz wie in anderen kreativen Berufen, schwer fällt feste Regeln zu definieren (das Drehen eines Films ist dem gegenüber doch eher technisch ausgelegt – man kann etwas über die richtige Schärfe und Blende erzählen, wenig aber über den ‘richtigen’ Dialogaufbau).

Nun unterscheidet sich das Schreiben eines Drehbuchs aber insoweit von Prosa, als dass das Format ganz entscheidend ist für die spätere Arbeit in der Produktion. Ich arbeite daher besagtermaßen mit der freien Drehbuchsoftware Celtx (in deren Community ein offener Dialog über Formatierungsfragen geführt wird) und lese seit langer Zeit den Blog des amerikanischen Drehbuchautoren John August. August schafft es immer wieder durch prägnante Praxisbeispiele die wichtigsten Fragen bildhaft zu beantworten (und geht dabei auch auf Pitchings, Rechtefragen etc ein).

Vor einigen Tagen nun hat er in seinem Blog ein Video gepostet, in dem er die Szenenbeschreibung eines Beispieldrehbuchs korrigiert. Direkter kann man das Thema Drehbuchformatierung nicht darstellen. Für alle Interessierten also unbedingt einen Blick wert:


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Kulturflatrate auf dem Vormarsch

April 6th, 2009 by Thomas

Die Debatten über Piraterie und Enteignung von Kultur im Internet nehmen erstaunlich zu. Youtube streitet sich mit der GEMA; Google reißt die Rechte aller Autoren an sich (und meint, die könnten sich ja melden, wenns nicht passt), und der Heidelberger Appell nimmt die Google-Debatte, wirft sie in einen Topf mit Open Access und holt damit die ‘ewig Gestrigen’, die Gegner von Filesharing und Googles Volltextsuche, aus ihren mit Polemik gefüllten Höhlen.

Und ausgerechnet jetzt melden sich die Grünen (namentlich die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und die Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz im Europäischen Parlament) als erster seriöser Debattant auf der Bühne.

Die stellten am Freitag ihr Kurzgutachten zur “Zulässigkeit einer Kulturflatrate nach nationalem und europäischem Recht” im Europäischen Parlament vor.

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