Die 80er sterben aus
“When you grow up, your heart dies.“ John Hughes, Breakfast Club
Als Michael Jackson gestorben ist, waren wir im Stress mehrerer Projekte gefangen. Wir haben einen Tag lang seine Musik durchs Büro schallen lassen, ich habe aber nicht das Gefühl, ihm genügend gedacht zu haben.
Und nun verschwinden die 80er ganz.
Gestern ist John Hughes im Alter von 59 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Der Regisseur, der für vier meiner Lieblingsfilme verantwortlich zeichnet – für zwei davon (Das Wunder von Manhattan und Christmas Vacation) als Autor.
John Hughes war das Herz der 80er. Es ist erstaunlich, wie tief verwurzelt im Stil der 80er seine Filme sind, und wie zeitlos (und alterlos, obwohl sie stets von Jugendlichen und Kindern handeln) sie doch funktionieren. Der erste Film, den ich von ihm gesehen habe war Curly Sue, da war ich im gleichen Alter wie die namensgebende Hauptfigur. Kevin allein zu Haus ist ein wichtiger Teil meiner eigenen Kindheitserinnerungen. Doch der Film, der mich bis heute am tiefsten beeindruckt hat, ist Breakfast Club.
Ein Film voller Klischees (oder Archetypen?), der durch das hervorragende Drehbuch, und Hughes’ typischen Inszenierungsstil (das Statische, Rhythmische, Situative, das Stellungspiel der Charaktere mit Fokus auf ausdrucksstarke Gestik) doch unglaublich emotional wirkt.
BRIAN (VO)
Dear Mr. Vernon, we accept the fact that we had to sacrifice a whole
Saturday in detention for whatever it was we did wrong. But we think
you’re crazy to make an essay telling you who we think we are.
You see us as you want to see us…
In the simplest terms, in the most convenient definitions.
But what we found out is that each one of us is a brain…
ANDREW (VO)
…and an athlete…
ALLISON (VO)
…and a basket case…
CLAIRE (VO)
…a princess…
BENDER (VO)
…and a criminal…
BRIAN (VO)
Does that answer your question?
Sincerely yours, the Breakfast Club.
Der Film aber, den wohl die meisten Menschen mit den 80er Jahren verbinden, ist ‘Ferris macht blau‘.
In ganz ähnlicher Weise wie ‘Breakfast Club’, spricht ‘Ferris macht blau’ für Freiheit, die Stupidität von Eltern, Schule und der ignoranten Gesellschaft. Hier in Form einer Komödie, die zum Ende hin jedoch einen ähnlich emotionalen Tiefgang erreicht. In obiger Szene ist sehr schön Hughes’ Umgang mit Bildaufbau, statischer Charakterstellung und Gestik zu sehen.
Die RomComs von heute scheinen sich nur noch auf mittzwanziger-Yuppies zu konzentrieren, oder übernehmen die oberflächlichen Prom-Queen-Elemente aus diesen Filmen. Die Komplexität von ‘Breakfast Club’ oder ‘Ferris macht blau’ sucht man vergeblich. Es bräuchte heute einen John Hughes. Mit ihm stirbt ein Stück Kinokultur.
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März 8th, 2010 at 3:51 pm
[...] Oscars für eine weiche Seele wie mich natürlich ein Fest. Mein Highlight war die Reminiszenz an John Hughes, und Matthew Brodericks Kommentar zu ‘Ferris [...]