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Oscar 2010

März 8th, 2010 by Thomas

Auch wenn die gestrige Oscarnacht etwas ernüchternd war, möchte ich doch noch meine eigene kurze Zusammenfassung in die Runde schmeißen.

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass man auch 2 Roboter als Oscarhosts auf die Bühne hätte stellen können, die mit dem Teleprompter interagieren. Besonders nach Hugh Jackmans großartigem Auftritt im letzten Jahr ein wenig entäuschend. Vielleicht werde ich aber auch langsam Oscarmüde – alles erschöpft sich irgendwann, ich geh ja auch nicht mehr auf den Spielplatz.

Trotzdem sind die Oscars für eine weiche Seele wie mich natürlich ein Fest. Mein Highlight war die Reminiszenz an John Hughes, und Matthew Brodericks Kommentar zu ‘Ferris Bueller‘:

“For the last 25 years nearly every day someone comes up to me, taps me on the shoulder, and says – Hey Ferris, is this your day off?”

Edit: das Video wurde von Youtube entfernt. Leider ist es vom Oscar-Channel nicht einzubetten. Also klick hier.

Ein wenig peinlich wirkte die Vorstellung des Horrorgenres in Form eines Filmzusammenschnitts. Klar will man beim Oscar von der neuen Popularität des Genres profitieren, aber nicht nur wirkte das Ganze fehlplaziert und irgendwie sinnlos im Verlauf der Show – das Video wurde auch noch angekündigt von Kristen Stewart und diesem seltsamen Werwolftypen. Ganz ehrlich: ich bin weder Team Edward, noch Team Jacob – ich bin Team “VAMPIRE GLITZERN NICHT!” Und mit Horror hat das Ganze wenig zu tun.

Ansonsten wenig Überraschungen bei den Ergebnissen. Fast ein wenig langweilig über die Länge der Show. Eine kurze Tirade sei mir noch gegönnt zum Thema ‘Best Picture’.

The Hurt Locker‘? Ernsthaft? Und dann mehren sich auch noch die Stimmen, die der Academy gratulieren für diese unpolitische Entscheidung, dem ‘Außenseiter’ Vorrang gegenüber dem Blockbuster ‘Avatar’ zu geben. Eine Frau, die ein Irakkriegsdrama dreht – das ist nicht unpolitisch sondern zutiefst amerikanisch und anbiedernd. Und ich bin ein solcher Geek, dass ich Kathryn Bigelow seit ‘Near Dark‘ vergöttere. Soll sie doch den Regieaward nach Hause tragen. Aber ‘Best Picture’ ist eine Auszeichnung für den beeindruckensten, wichtigsten Film des Jahres. Und das ist nun einmal ‘Avatar’. Ein Film, der so nachhaltig unsere Sehgewohnheiten verändert, dass sich das 3D-Kino zur Sucht ausweiten kann, MUSS einfach diesen wichtigsten Award gewinnen. Nachfogende Generationen werden mit Schande auf diese Verleihung schauen!

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Born of Hope

März 4th, 2010 by Thomas

Hollywood wird sterben. Das ist so klar wie nie zuvor. In zwei Jahren spätestens werden ein oder zwei Avatars pro Jahr rauskommen, die das Geld der Industrie verschlingen (die Budgets werden natürlich weiterhin verdoppelt werden, man stelle sich das vor), und der Rest des Marktes wird bestimmt sein von freien, enthusiastischen Projekten, die zwar nicht im Budget, wohl aber im visuellen Erscheinungsbild mit den Blockbustern mithalten können.

Also gut, ich bin ein Fan von Indiefilmen, da müssen die nicht mal besonders originell sein (war Avatar ja auch nicht). Und ich bin ein Fan von Fanfilmen (die können wenigstes gar nicht den Anspruch erheben, originell zu sein). Vor einiger Zeit schon war ich begeistert von ‘The Hunt for Gollum‘, einem LotR-Fanfilm, der es auf den ersten Blick durchaus mit dem Look des Originals aufnehmen konnte (wenn er sich auch auf den 2. Blick als blassere Blaupause entpuppte).

Und irgendwas scheinen die ‘Herr der Ringe’-Fans besser zu machen, als seinerzeit die Treckies (kennt noch jemand die unseligen Raumschiff Highlander-Filme?). Nach ‘The Hunt for Gollum’ ist vor kurzem der zweite ‘Herr der Ringe’-Fanfilm in Spielfilmlänge erschienen. ‘Born of Hope‘ heißt der Streifen, und wieder ist es faszinierend, was mit kleinstem Budget auf die Beine gestellt wurde.


Produziert und inszeniert wurde der Film von Kate Madison, die ihre 10.000 € Eigenkapital durch 20.000 € über Youtube gesammelte Spenden aufstockte, und daneben viele unbezahlte Freiwillige für ihr Projekt begeistern konnte. Klar, dass so etwas nur mit einer existierenden Fanbase und also einem Stoff, der eine loyale Anhängerschaft hat, funktionieren kann. Und auch wenn man sich ein ums andere Mal denkt, dass eine solche visuelle Qualität dem italienischen Rip-Off-Kino der 80er gut zu Gesichte gestanden hätte, und der Film es tatsächlich sogar mit modernen DTV-Fantasy-Produktionen aufnehmen könnte – bei einem solch schmalen Budget ist die Flucht in geklautes Material mit Fanunterstützung oft der einzige Weg, eine gute Referenz zu schaffen.

Und eine Referenz ist ‘Born of Hope geworden. Hat der Film doch sogar die Aufmerksamkeit von Richard Taylor, Effect Supervisor bei Weta (also dem Effekteteam des original LotR), geweckt:

“Amazing stuff. It’s incredible to see what craftsmanship, sensitivity and attention to detail is being brought to bear on this ambitious project. Everything so far looks amazing and I can’t wait to see the finished film.”

Vielleicht sollten wir uns bei unseren Kontakten ja mal an einem WoW-Fanfilm versuchen.

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DIY Texturen

Februar 2nd, 2010 by Andre

Schon im letzten Jahr haben wir für die Crew von K37 mit großem Enthusiasmus an digitalen Effekten für das Projekt Hotel Believe gebastelt. Ein sehenswerter Trailer für ein überaschend frisches, außergewöhnliches Projekt ist entstanden.

Auch anderen hat die Idee einer düsteren Show im Stil von Big Brother (sowohl die TV Show als auch der Archetyp 1984) meets Brazil offensichtlich gefallen. So wurde nun im Winter 2009/2010 eine Pilotfolge für die Serie gedreht.

Während der Arbeit an der ca. 1minütigen Opener Sequenz haben wir unter anderem einen Tag mit analogen Experimenten verbracht. So haben wir Texturen erstellt, die als Grundlage maßgeblich den Stil des Intros beeinflussen werden.

Texturen als Masken, oder als Masken für Masken. Als Schwarz/weiß-Matten werden sie in andere Bilder gemischt um natürliche Abnutzung, Kratzer, Unregelmässigkeiten zu erzeugen – interessante Ideen zur Erstellung bringen  den gewissen Hauch Echtheit in die Welt der digitalen Gestaltung.

Vieles kann man sicher auch in 3d erstellen oder durch eine Kombination diverser 2d-Effekte erreichen, doch hat uns immer schon die analoge Welt von Papier, Farbe und Bastelarbeiten fasziniert. Eine Tintenpatrone unseres Druckers in kochendes Wasser kippen, oder Tee auflösen und fasziniert auf die enstehenden organischen Strukturen starren. Ölfarbe auf Teller drapieren und Lösungsmittel darüberschütten – mit einem Pinsel verteilen und pusten. Die Wiederentdeckung der VHS Kasette – eben weil sie nicht so sauber und fehlerfrei ihr Bild abbildet.

Eine Idee jagt die nächste: filmen – einspielen – stabilisieren – Sättigung herabsetzen – Kontrast auf Maximum. Der Arbeitsschritt der Mattenerstellung fast spannender als die fertige Introsequenz.

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Murmeltiertag

Februar 2nd, 2010 by Thomas

Am 2. Februar ist Murmeltiertag in Punxsutawney, Pennsylvania. Mir war bis heute nicht bewusst, dass es dieses Städtchen tatsächlich gibt. Und wenn “Punxsutawney Phil” real ist, heißt das dann, dass Bill Murray dort noch immer in einer Zeitschleife festhängt? Aber Moment: Bill Murray wurde ja kürzlich von Jesse Eisenberg erschossen.

Wie auch immer. Angesichts der letzten kalten Tage (wir hingen gerade nach einem geschäftlichen Termin über das Wochenende im eingeschneiten Rostock fest) ist das Ergebnis von Phils Verkündung wohl klar: die Winterzeitschleife geht weiter.

Am faszinierensten an ‘Groundhog Day’ finde ich übrigens, wie dieses Lied auf ewig mit armen Menschen verknüpft sein wird, die um 6.00 Uhr aufstehen müssen:

Update 14.45 Uhr: Phil hat seinen Schatten gesehen. Das war ja klar. 6 weitere Wochen.

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25 Jahre Stoffwechsel Open Air

August 14th, 2009 by jakob

Dass man neben der Filmemacherei auch einen Ausgleich braucht, ist denke ich allen klar. Das aus unserem hausgemachten Bluegrass-Projekt bis jetzt nichts geworden ist, ist schade, aber vielleicht auch gut so. So verbringe ich den Sommer in den Berliner Parks, feiere mit Freunden das gemeinsam aus der Taufe gehobene Stoffwechsel Open Air, das in der kommenden Woche nun auch schon seine sechste Auflage erhält.

Denn nichts ist besser als auf seiner eigenen Party zu dancen, mit Leuten die man mag, in einer ungezwungenen Atmosphäre – sich gehen lassen, ohne Sorgen über den nächsten Arbeitstag, Termine, Drehpläne, Techniklisten…

Wie man unschwer an dem Namen der Veranstaltung und den Bildern erkennen kann, handelt es sich dabei um einen Stoffwechsel der besonderen Art. Secondhand Klamotten werden durch die Orga-Crew handbemalt und auf den Open Airs auf Wäscheleinen geklammert. Das geneigte Publikum zeigt sich in erster Linie verwirrt, nimmt jedoch schnell den Ball auf: “Die kann man sich einfach nehmen… is ja geil?”. Ist der erste Stoff gewechselt, finden sich alsbald die neu Eingekleideten auf der Tanzfläche wieder. Denn sowohl Stoff als auch Musik verbinden ;)

Für mich als Berliner Medienblatypen steht die Dokumentation der Party natürlich ganz oben auf der Liste. Ein großer Dank gilt André, der durch seinen stylischen Schnitt, meine als Produktioner dilletantische Kameraarbeit mehr als wieder gut macht ;)

Stoffwechsel auf Myspace!

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