Dass man neben der Filmemacherei auch einen Ausgleich braucht, ist denke ich allen klar. Das aus unserem hausgemachten Bluegrass-Projekt bis jetzt nichts geworden ist, ist schade, aber vielleicht auch gut so. So verbringe ich den Sommer in den Berliner Parks, feiere mit Freunden das gemeinsam aus der Taufe gehobene Stoffwechsel Open Air, das in der kommenden Woche nun auch schon seine sechste Auflage erhält.
Denn nichts ist besser als auf seiner eigenen Party zu dancen, mit Leuten die man mag, in einer ungezwungenen Atmosphäre – sich gehen lassen, ohne Sorgen über den nächsten Arbeitstag, Termine, Drehpläne, Techniklisten…
Wie man unschwer an dem Namen der Veranstaltung und den Bildern erkennen kann, handelt es sich dabei um einen Stoffwechsel der besonderen Art. Secondhand Klamotten werden durch die Orga-Crew handbemalt und auf den Open Airs auf Wäscheleinen geklammert. Das geneigte Publikum zeigt sich in erster Linie verwirrt, nimmt jedoch schnell den Ball auf: “Die kann man sich einfach nehmen… is ja geil?”. Ist der erste Stoff gewechselt, finden sich alsbald die neu Eingekleideten auf der Tanzfläche wieder. Denn sowohl Stoff als auch Musik verbinden
Für mich als Berliner Medienblatypen steht die Dokumentation der Party natürlich ganz oben auf der Liste. Ein großer Dank gilt André, der durch seinen stylischen Schnitt, meine als Produktioner dilletantische Kameraarbeit mehr als wieder gut macht
Freitag der 17.10.2008 im Gewölbe des S-Bahnhofs Jannowitzbrücke. In oranges Licht gehüllte Rauchschwaden geben aus einiger Entfernung den Blick nur langsam frei auf eine ungewöhnliche Szene. Schemenhaft wogende Körper nur halb im Licht. S-Bahnsound und Bassgewummer geben dem Ort der Eile eine besondere Note.
In kurzer Zeit wurden aus Wenigen Viele. Technokultur in Berlin mit unglaublichem Enthusiasmus. Geladen hatte Exquisite Berlin / Reclaim the Sparkasse zu einem weiteren Event frei nach dem Motto „Wir machen et einfach“.
Elektronische Musik an ungewöhnlichen Orten – Sparkassenfoyers und Waschsalons wurden gerockt. Techno fühlt sich an wie Revolution. Nirgendwo verständlicher als in Berlin selbst.
Nach längerer Blogabstinenz möchte ich euch auch das Ergebnis des Musikvideodrehs für NEONMAN nicht vorenthalten. Morphium Film taucht in die weiten Welten der Musik. Hoffentlich mehr in der nächsten Zeit.
Gestern drehte ‘Morphium Film’ unter der Leitung von Moritz Schmall im verlassenen Sozialamt Wilmersdorf das Musikvideo für die 2. Single von Neonman aus der neuen EP ‘Knights of Error’: ‘Quinine & Juniper’ – und ein paar Eindrücke davon wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.
Neonman, bestehend aus Ben Osborn und Bastian Asdonk, ist ein Berliner Duo, das rauen Britrock mit Ska-Elementen (die ‘Specials’ lassen auch im Gesang grüßen) und Elektrosounds mischt.
Vivien und Fabian, die Regisseure von ‘a nice idea every day’ passten mit ihrem Konzept gut in das kreative Netzwerk von Morphium. Künstlerische Experimentierfreude herrschte in den Fluren des ehemaligen Sozialamtes, als an allen Ecken gebaut und designed wurde. Die optischen Illusionen, die Thema des Videos sind, fangen den Text des Songs auf und packen ihn in metaphorische Bilder.
Vom Ergebnis können wir uns nächste Woche überzeugen – dann voraussichtlich hat der Clip seine Online-Premiere.
Wenn man bei einer Filmproduktionsfirma arbeitet, hat man in der Regel eine ganze Menge mit Musik zu tun. Im besten Fall verdient man mit Musikvideos seine Brötchen, oder der Kontakt kommt – wie in unserem Fall - über die Zusammenarbeit mit talentierten Künstlern zustande. Die einen können mal eben einen Soundtrack komponieren, andere sind Multitalente und schöpfen in Sachen “Mediengestaltung” eh schon lange aus den Vollen. Im folgenden Beitrag sollen alle diejenigen vorgestellt werden, die uns diesbezüglich besonders am Herzen liegen.
Im August wird es diesen Blog-Beitrag auch als Radiopodcast zum runterladen geben. Wenn alles gut läuft, werden wir versuchen, regelmäßig Künstler aus dem „Morphium-Umfeld“ an dieser Stelle zu featuren. WATCH OUT!