Morphium-Film Blog

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Morphium Cuts #13 – Atari Teenage Riot – The Rise of the Machines

Dezember 7th, 2011 by Torben

Mitte bis Ende der 90er haben bestimmt nicht nur André und ich diese Band geliebt. Seine Jugendlieben trägt man ja bekanntlich für immer im Herzen. ATR waren, mit den grandiosen Ec8oR und SHIZUO, der lang gesuchte Missing Link zwischen Punk und Techno. Zentrum des Digital Hardcore. Die Ersten, die nicht nur “zeitgemäße” Musik machten, sondern mit ihren Texten brennende Themen radikal und unerbittlich verarbeiteten – und damit unglaublich erfolgreich waren. Die enorme Strahlkraft dieser Band, ihr Auftreten, die markanten Logos, das futuristische Design… all das ließ sie für mich wie die Anarcho-Guerilla einer mörderischen Zukunft erscheinen, die zu uns zurückgekehrt war, um uns vorzubereiten. The Future of War…

Mein Ärger, 2010 die Reunionshow in Amsterdam verpasst zu haben, verfolg nicht so schnell, wie es für einen übersättigten Berliner eigentlich üblich ist. Er blieb. Umso größer war demnach die Freude über die Möglichkeit, die Band nach 10 Jahren quasi vor der eigenen Haustür wieder live zu sehen. Wir machten uns an die Vorbereitungen. Es galt, diese Show festzuhalten, kam die Band doch diesmal auf dem Zeitstrahl aus einer anderen Richtung: Unserer Vergangenheit. Den Moment der erneuten Kreuzung unserer gegenwärtigen Raum- und Zeitkoordinaten wollten wir bewahren.

Zeitreisen geht selten spurlos an einem vorbei. Wenn nicht gar einen sichtbaren, muss man doch zumindest einen geistigen Reifeprozess in Kauf nehmen, der meist mit einem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis einher geht. Festzustellen ist: Die Show war beeindruckend. Alec Empire und Nic Endo Persönlichkeiten, denen man gerne begegnet. Der Sound der neuen Platte eine unüberhörbare Weiterentwicklung. Beim Albumtitel “Is this hyper-real?” dachte ich zuerst an die Platte “Is this real?” der Wipers, die  Hilf- und Machtlosigkeit angesichts des undurchschaubaren Prozesses und der Strukturen des Lebens selbst ausdrückt. Angst und Verzweiflung dominieren diesen Klassiker. Auf auf der neuen Platte von ATR sind diese Gefühle wiederzufinden, wenn auch nur in Nuancen. Bei aller vordergründiger Negation, hinterlassen auch die neuen Tracks ein positives Gefühl, ist deren Essenz: Es ist nicht zu spät. Wo aber in den ATR Booklets früher jede einzelne Textzeile mit gefühlten 38 Ausrufezeichen versehen wurde, steht nun erstmals ein einzelnes Fragezeichen. Neben einem Foto des ungeschminkten Gesichts Nic Endos. Ihre Augen sind geschlossen.

Die  Aspekte, die die Band ihrem Spektrum hinzugefügt hat, machen Sie vielschichtiger, vielleicht auch ein Stück unberechenbarer. Alec Empire wirkt  im Interview nachdenklich. Alles ist mit allem verwoben. Es kommt immer darauf an, wie man die Dinge sieht. Und aus welcher Perspektive.
Die Welt, eine komplexe wie fragile Konstruktion aus Dynamik, Noise und Harmonie, die jederzeit auseinanderbrechen und neu entstehen kann. Für die es sich zu kämpfen lohnt.

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Drei Mal drinnen und draußen gefilmt und gefeiert

Juni 9th, 2011 by Torben

Zum Ersten: Stoffwechsel Party im K:PAX. 30. April bis 02. Mai 2011. Berlin

Zum Zweiten: Barfuss und Lackschuh. Open Air. Berlin

Zum Dritten: Frühlingszustände. Open Air. Berlin.

To be continued…!

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Ein Wochenende wilder Osten: Mollono.Bass `The Smiling Shaman´

Mai 13th, 2011 by Torben

Ein Musikvideodreh für Mollono.Bass mit einer phantastischen Party auf dem Gelände des Fusion-Festivals, einer Mini-Tour durch Mecklenburg-Vorpommern, verlassenen Bahnhöfen wie aus C’era una volta il West – dass wir uns für ein solches Projekt relativ leicht gewinnen lassen, weiß jeder, der uns kennt.

Auf eine Nacht gnadenlos durchgezogener Partydrehs folgte ein Tag friedliche, vollkommene Ruhe in 17255 Wustrow, die wir Großstadt-Eiligen, in Gesellschaft einiger Schafe und Hühner, drei dicken, fetten Regenwürmern und einem Tatort, in vollen Zügen genossen. Beim nächsten Sonnenaufgang dann eröffnete es sich uns: Oh, Mecklenburg-Vorpommern! In all deiner Tristess liegt doch soviel Ruhe und Schönheit. Mit einigen Eingeborenen machten wir uns daran, den zweiten Part des Drehs in Angriff zu nehmen. Die Augen schmausten wieder.

Leider wollte der echte Schamane nicht lächeln und kam folglich nicht ins Video. Er ist ein Hund. Ein, so sagte man uns, sonst ständig lächelnder Hund. Die Leute und die Kamera machten ihn an diesem Tag wohl einfach zu wuschig. Wie dem auch sei, das Video zu dem wunderbaren Track ´The Smiling Shaman´ ist fertig und die Sache mit dem Lächeln übernehmen wir jetzt gerne. Wir tun dies froh über das Ergebnis – und wenn wir an das Häuschen mit Garten und die Menschen, die dazugehören, zurückdenken. Quartiert euch da doch auch mal ein, wenn ihr mal genug habt, etwa vom Schlesischen Tor oder der ewigen Frage, woher ihr kommt. Temporäre Einsamkeit mit Freunden. Klare Empfehlung der Morphium Filmcrew. Vielen Dank an alle Beteiligten des Drehs, natürlich vor allem die Leute von Acker Records und 3000Grad sowie Setfotografin Suse. Und hier ist es also. Für Molle. Für euch. Für uns. Allen: Viel Vergnügen!

Mehr fürs Auge: Typen hüpfen und tanzen mit Kameras durch Wald und Flur – Setfotos vom 2. Drehtag  auf Flickr. Klick the Pic.

Mollono.Bass ´The Smiling Shaman´ Musikvideo Setfotos


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25 Jahre Stoffwechsel Open Air

August 14th, 2009 by jakob

Dass man neben der Filmemacherei auch einen Ausgleich braucht, ist denke ich allen klar. Das aus unserem hausgemachten Bluegrass-Projekt bis jetzt nichts geworden ist, ist schade, aber vielleicht auch gut so. So verbringe ich den Sommer in den Berliner Parks, feiere mit Freunden das gemeinsam aus der Taufe gehobene Stoffwechsel Open Air, das in der kommenden Woche nun auch schon seine sechste Auflage erhält.

Denn nichts ist besser als auf seiner eigenen Party zu dancen, mit Leuten die man mag, in einer ungezwungenen Atmosphäre – sich gehen lassen, ohne Sorgen über den nächsten Arbeitstag, Termine, Drehpläne, Techniklisten…

Wie man unschwer an dem Namen der Veranstaltung und den Bildern erkennen kann, handelt es sich dabei um einen Stoffwechsel der besonderen Art. Secondhand Klamotten werden durch die Orga-Crew handbemalt und auf den Open Airs auf Wäscheleinen geklammert. Das geneigte Publikum zeigt sich in erster Linie verwirrt, nimmt jedoch schnell den Ball auf: “Die kann man sich einfach nehmen… is ja geil?”. Ist der erste Stoff gewechselt, finden sich alsbald die neu Eingekleideten auf der Tanzfläche wieder. Denn sowohl Stoff als auch Musik verbinden ;)

Für mich als Berliner Medienblatypen steht die Dokumentation der Party natürlich ganz oben auf der Liste. Ein großer Dank gilt André, der durch seinen stylischen Schnitt, meine als Produktioner dilletantische Kameraarbeit mehr als wieder gut macht ;)

Stoffwechsel auf Myspace!

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Freitag der 17. / Reclaim the Jannowitzbrücke

Oktober 21st, 2008 by Andre

Freitag der 17.10.2008 im Gewölbe des S-Bahnhofs Jannowitzbrücke. In oranges Licht gehüllte Rauchschwaden geben aus einiger Entfernung den Blick nur langsam frei auf eine ungewöhnliche Szene. Schemenhaft wogende Körper nur halb im Licht. S-Bahnsound und Bassgewummer geben dem Ort der Eile eine besondere Note.

In kurzer Zeit wurden aus Wenigen Viele. Technokultur in Berlin mit unglaublichem Enthusiasmus. Geladen hatte Exquisite Berlin / Reclaim the Sparkasse zu einem weiteren Event frei nach dem Motto „Wir machen et einfach“.
Elektronische Musik an ungewöhnlichen Orten – Sparkassenfoyers und Waschsalons wurden gerockt. Techno fühlt sich an wie Revolution. Nirgendwo verständlicher als in Berlin selbst.

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